Wiederkehrende Blasenentzündung? Wie kann Osteopathie helfen?
Probleme mit der Blase, insbesondere wiederkehrende Blasenentzündung, ist ein weitverbreitetes Phänomen.
Die Blase sammelt Urin, der in den Nieren produziert wird. In der Regel sind Frauen deutlich häufiger darunter betroffen als Männer. Aber besonders im Alter nehmen die Probleme auch bei Männern zu.
Dies beinhaltet:
- Häufiger Harndrang
- Schmerzen beim Wasserlassen
- Unvollständige Leerung der Blase
- Druck / Schmerz im Beckenbereich
- Inkontinenz
Lage und Anatomie der Blase:
Die Blase liegt in unseren tiefen Becken, oberhalb der Symphyse (Schambein).
Sie ist umgeben von verschiedenen Organen und Strukturen, wie zum Beispiel:
- Oben genanntes Schambein
- Dünn und Dickdarm
- Beckenbodenmuskulatur
- Rektum
- Bei Männern, die Prostata
- Bei Frauen, die Gebärmutter
Wie auch unser Verdauungssystem besteht die Blase aus glatter Muskulatur. Diese Muskulatur funktioniert etwas anders als unsere quergestreifte Skelettmuskulatur.

Quelle: Wikipedia. Unsere Harnblase.
Häufige Beschwerdebilder der Blase
1. Blasenentzündung:
Durch die Nähe zum Rektum können E.coli Bakterien vom Darm zur Blase gelangen und dort eine Infektion auslösen.
Bei Frauen ist die Harnröhre kürzer als bei Männern und die Harnröhre liegt näher am Darmausgang, so können Keime schneller nach oben gelangen.
Somit sind Frauen deutlich häufiger von Blasenentzündungen betroffen als Männer.
Neben ständigem Harndrang gehört auch Schmerzen beim Wasserlassen zu den Symptomen einer Blasenentzündung.
2. Reizblase:
Auch ohne Erreger kann es zum ständiger Harndrang kommen, dann aber in der Regel ohne Schmerzen beim Wasser lassen.
Dann spricht man von einer Reizblase. Es wird vermutet, dass ein fehlgeleitetes Nervensystem Auslöser ist.
Interessanterweise kommen eine Reizblase und ein Reizdarm häufig zusammen vor.
3. Inkontinenz:
Durch Schwangerschaften bzw. natürlichen Geburten, aber auch durch hormonelle Probleme und Unfälle (u.a.) kann eine Stressinkontinenz entstehen. Das bedeutet, dass bei jeder Bewegung, insbesondere Sprünge der Harn nur unzureichend gehalten werden kann.
Was eine massive Beeinträchtigung der Lebensqualität zur Folge hat.
Häufige Auslöser für Probleme der Blase, insbesondere Blasenentzündung sind:
- Geschlechtsverkehr
- Schwangerschaften
- Abwehrschwäche
- Harnstau
- Psychologische Traumata
Wie behandelt Osteopathie Probleme mit der Blasenentzündung?
In meiner Praxis für Osteopathie in Hamburg/Fuhlsbüttel liegt der Mensch als Ganzes im Fokus.
So ist es wichtig bei Blasenproblemen die oben genannten Strukturen auf Spannungen und Verklebungen zu untersuchen und bei Bedarf zu lösen.
Was sind Gründe für diese Verklebungen?
- Operationen im Bauch/Beckenraum
- Geburt
- Trauma im Bereich des unteren Rückens
- Genitale oder anale Infektionen
- Endometriose
Aber es gibt eine Vielzahl von anderen möglichen Störfaktoren, die die Funktion und damit die Gesundheit der Blase beeinträchtigen können.
Einige Beispiele dafür sind:
- Beckenfehlstellungen können mechanischen Stress auf die Blase ausüben. Außerdem liegen im Kreuzbein, der Knochen zwischen den Beckenschaufeln, Nerven, die die Blase steuern.
- Kiefergelenkprobleme (CMD). Das Kiefergelenk hat einen Einfluss auf die Beckenstellung und damit auf die Blase.
- Ein unbewegliches Zwerchfell. Das Zwerchfell hat durch die Atmung einen massierenden Effekt auf unsere Organe.
- Blutzufluss und Abfluss zur Blase kann durch Spannungen beeinträchtigt sein.
Die Blase kann aber auch wegen anderen Symptomen für mich als Osteopath im Fokus liegen.
So können Spannungen im Blasenbereich wiederum Rückenschmerzen oder z.B. Knieprobleme verursachen.
Dazu empfehle ich meinen Blog über Knieschmerzen.
Wann nicht zur Osteopathie?
Bei einer akuten infektiösen Blasenentzündung ist es nicht indiziert, Osteopathie auszuüben. Dann ist Antibiotika das Mittel der Wahl.
Blasenprobleme, die durch oben genannte psychologische Traumata ausgelöst wurden, sollten primär durch Psychotherapie behandelt werden. Ergänzend kann Osteopathie hilfreich sein.
Lassen Sie sich im Zweifel immer zuerst durch Ihren Arzt oder Ärztin beraten.
Was kann ich selber tun?
Die Blase reagiert in der Regel positiv auf:
- Viel und regelmäßig trinken, mindestens 1,5 bis 2 Liter am Tag. Am besten Wasser oder Tee (kein schwarzer Tee)
- Regelmäßige Toilettengänge, insbesondere in den ersten Minuten nach dem Geschlechtsverkehr
- D-Mannose, dies kann helfen, dass sich keine Erreger festsetzen können
- Wärme, um die Blase zu entspannen
- Wechseln Sie nach dem Schwimmen möglichst schnell die nasse Badekleidung
- Bewegung und ein gut trainierter Beckenboden
Bei Fragen zu diesem Thema Blasenentzündung stehe ich gerne zur Verfügung oder buchen Sie gerne online einen Termin.
